Wenn Ihre Photovoltaikanlage plötzlich weniger Strom liefert als gewohnt, ist das ärgerlich, aber selten ein Grund zur Panik. Meist steckt eine überschaubare Ursache dahinter, die sich mit etwas Systematik finden lässt. Wir vom Sonnen System zeigen Ihnen die häufigsten Gründe für einen Minderertrag.
Wichtig ist zunächst ein ehrlicher Vergleich. Ein bewölkter Sommer liefert naturgemäß weniger als ein sonniger, und die Ausrichtung Ihres Daches spielt eine große Rolle. Erst wenn der Ertrag deutlich hinter vergleichbaren Zeiträumen zurückbleibt, lohnt sich die gezielte Ursachensuche, bei der wir Ihnen gerne helfen.
Verschattung durch neue Hindernisse
Eine der häufigsten Ursachen ist Verschattung, die bei der Planung noch nicht vorhanden war. Ein gewachsener Baum, eine neue Gaube am Nachbarhaus oder eine nachträglich installierte Antenne werfen Schatten, die den Ertrag ganzer Modulstränge einbrechen lassen können.
Das Tückische daran ist die Wirkung. Schon ein teilweise verschattetes Modul kann den Strom eines ganzen Strangs bremsen, weil die Zellen in Reihe geschaltet sind. Ein kleiner Schatten hat so eine überproportional große Wirkung auf den Gesamtertrag.
Prüfen Sie deshalb den Verlauf über den Tag. Fällt der Ertrag immer zur gleichen Uhrzeit ab, deutet das stark auf eine Verschattung hin. Oft hilft schon ein Rückschnitt von Bäumen, in anderen Fällen lassen sich Modulverschaltung oder Leistungsoptimierer anpassen.
- ✓Ertragseinbruch immer zur gleichen Uhrzeit prüfen
- ✓Neue Bäume, Gauben oder Antennen im Blick behalten
- ✓Einzelne Stränge im Monitoring vergleichen
- ✓Rückschnitt oder Optimierer als Lösung erwägen
Verschmutzung und Ablagerungen
Auch Schmutz drückt den Ertrag, wenn er sich flächig oder am unteren Modulrand festsetzt. Pollen im Frühjahr, Staub aus der Landwirtschaft, Ruß entlang von Straßen oder Vogelkot bilden eine Schicht, die weniger Licht auf die Zellen lässt.
Besonders an flach geneigten Anlagen sammelt sich am unteren Rahmen mit der Zeit Moos oder Schmutz. Dieser Streifen verschattet die untere Zellreihe dauerhaft und wirkt ähnlich wie eine Teilverschattung. Steile Dächer reinigen sich durch Regen dagegen weitgehend selbst.
Ob eine Reinigung nötig ist, lässt sich am besten mit einer Sichtprüfung und den Ertragsdaten klären. Bitte greifen Sie nicht selbst zu Hochdruckreiniger oder Hausmitteln, da diese die Oberfläche schädigen. Wir reinigen bei Bedarf schonend mit geeignetem Wasser und Werkzeug.
Störungen am Wechselrichter
Der Wechselrichter ist das Herzstück der Anlage und zugleich das Bauteil, das am ehesten ausfällt. Er wandelt den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom um. Steht er still oder schaltet er in einen Fehlermodus, liefert die gesamte Anlage keinen oder deutlich weniger Strom.
Ein Blick auf das Display oder die App verrät oft schon viel. Fehlercodes weisen auf Netzprobleme, Übertemperatur oder interne Defekte hin. Manchmal genügt ein Neustart, in anderen Fällen ist ein Austausch nach Ablauf der Lebensdauer nötig, die meist unter der der Module liegt.
Weil der Wechselrichter zentral ist, macht sich ein Ausfall besonders stark bemerkbar. Deshalb lohnt es sich, seine Meldungen ernst zu nehmen und automatische Benachrichtigungen zu aktivieren. So verlieren Sie bei einer Störung nicht wochenlang unbemerkt wertvollen Ertrag.
Defekte Module und Bauteile
Seltener, aber möglich sind Defekte an einzelnen Modulen. Feine Risse in den Zellen, sogenannte Mikrorisse, entstehen durch Hagel, Transport oder Temperaturwechsel und mindern die Leistung. Auch defekte Bypass-Dioden oder verschmorte Steckverbindungen kommen vor.
Solche Fehler erkennt man von außen oft nicht. Verfärbungen, Brandspuren an Steckern oder auffällig schlechte Werte eines einzelnen Strangs sind Hinweise. Mit Kennlinienmessung und Thermografie lassen sich betroffene Module gezielt aufspüren, ohne die ganze Anlage abzubauen.
Fällt ein Modul komplett aus, betrifft das meist nur seinen Strang, nicht die ganze Anlage. Trotzdem sollte der Defekt zeitnah behoben werden, auch wegen möglicher Folgeschäden. Häufig greift in solchen Fällen noch die Produktgarantie des Herstellers.
Natürliche Alterung und Degradation
Ein gewisser Leistungsrückgang ist völlig normal und kein Defekt. Solarmodule verlieren über die Jahre langsam an Leistung, üblicherweise im niedrigen Bereich pro Jahr. Nach zwanzig Jahren liefern gute Module daher immer noch einen Großteil ihrer ursprünglichen Leistung.
Diese Degradation verläuft langsam und gleichmäßig. Ein plötzlicher, deutlicher Einbruch lässt sich damit nicht erklären und deutet auf eine der anderen Ursachen hin. Der normale Alterungsverlust ist meist so gering, dass er im Alltag kaum auffällt.
Beim Vergleich Ihrer Erträge sollten Sie die Alterung mitdenken, aber nicht überbewerten. Sinkt der Ertrag nur minimal und stetig, ist alles in Ordnung. Fällt er sprunghaft oder stark ab, lohnt die genaue Prüfung der übrigen möglichen Gründe.
Systematische Auswertung mit dem Monitoring
Die beste Grundlage für die Ursachensuche liefert ein gutes Monitoring. Es zeigt den Ertrag jedes Strangs und macht Abweichungen sichtbar. So lässt sich schnell eingrenzen, ob das Problem die ganze Anlage, einen einzelnen Strang oder ein einzelnes Modul betrifft.
Aus dem Muster der Daten ergibt sich oft schon die Richtung. Ein täglicher Einbruch zur selben Uhrzeit deutet auf Verschattung, ein kompletter Stillstand auf den Wechselrichter, ein dauerhaft schwacher Strang auf ein Modulproblem. Das spart Zeit und macht die Suche gezielt.
Wenn Sie unsicher sind, schauen wir uns Ihre Daten gerne aus der Ferne an. Rufen Sie uns unter 02305 949 300 100 an, und wir werten die Werte gemeinsam aus. Oft lässt sich schon am Telefon eingrenzen, ob ein Vor-Ort-Termin überhaupt nötig ist.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob mein Ertrag wirklich zu niedrig ist?
Warum senkt ein kleiner Schatten den Ertrag so stark?
Wie lange hält ein Wechselrichter?
Kann ich einen Minderertrag selbst beheben?
Ist ein leichter Rückgang über die Jahre normal?
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